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Balkonkraftwerke und Powerstations sind bisher zwei getrennte Anschaffungen: hier die Solarmodule mit festem Mikrowechselrichter fürs Hausnetz, dort die mobile Batterie fürs Camping oder für Stromausfälle. Wer beides hat, besaß bislang zwangsläufig zwei unabhängige Speicher – einen, der nur am Balkon einspeist, und einen, der nur autark Geräte versorgt. Der BLUETTI Balco Transfer Hub will diese Trennung auflösen. Das kompakte Gerät ist laut Hersteller der weltweit erste netzgekoppelte Controller speziell für tragbare Powerstations und macht aus einer vorhandenen Batterie einen zusätzlichen Balkonkraftwerk-Speicher, ganz ohne zweite Anschaffung. Seit Mitte Juni ist er in Deutschland und Frankreich für 349 € erhältlich, laut Hersteller sollen weitere EU-Länder bis Jahresende folgen. Hier ist unser Launch-Check auf Basis der Herstellerangaben und der ersten Fachpresse-Berichte.

Der Balco Transfer Hub in einer Grafik

BLUETTI BALCO TRANSFER HUB Launch-Check · Verkaufsstart Mitte Juni 2026 800 W Netzeinspeisung gesetzeskonform 2.300 W Bypass-Ladeleistung Netz lädt Powerstation 3,6 kg Gewicht 271×222×132 mm IP54 Schutzart −20 bis 45 °C Kompatible BLUETTI-Powerstations AC180 / AC200Max Elite 100 / 200 Elite 300 / 320 / 400 Apex 300 + Fremd­marken* *ausgewählte Modelle anderer Hersteller laut BLUETTI · bis zu 6 BLUETTI-Geräte parallel per „Space"-Funktion Preis zum Verkaufsstart 349 € DE & FR · weitere EU-Länder bis Jahresende Unser Ersteindruck 7,8 / 10 starkes Prinzip, enges Zielpublikum Quellen: BLUETTI (Herstellerangaben), Notebookcheck, Hardwareluxx, ifun.de · Grafik: SmartHome Kompass, Juli 2026

Infografik zum Teilen – Quellenangaben unten in der Grafik.

Technische Daten im Überblick

FunktionsprinzipNetzgekoppelter Controller, verwandelt Powerstation + Solarpanel in ein steckerfertiges Balkonkraftwerk
Netzeinspeisungbis 800 W (gesetzeskonform)
AC-Eingang1.000 W · Bypass-Ladeleistung bis 2.300 W
Maße / Gewicht271 × 222 × 131,8 mm / 3,6 kg
SchutzartIP54, EMC Klasse B, Betriebstemperatur −20 bis 45 °C
SicherheitSchutz vor Überstrom, Kurzschluss, Über-/Unterspannung, 15-A-Sicherung (Fachpersonal-Tausch)
Kompatibilität BLUETTIAC180, AC200Max, AC200L, Elite 100/100V2/200/200V2/300/320/400, Apex 300
Kompatibilität Drittherstellerausgewählte Modelle laut Hersteller, kein geschlossenes System
Vernetzungbis zu 6 BLUETTI-Powerstations kabellos parallel per „Space"-Funktion
Smart-Home-IntegrationeverHome, Shelly, Google Home, Amazon Alexa
VerkaufsstartMitte Juni 2026 (DE, FR)
Preis349 € UVP · Bundles mit Elite-Powerstations ab 1.499 €
Ersteindruck7,8 / 10

Wie das Nachrüst-Prinzip funktioniert

Der Hub wird fest an der Wand oder im Sicherungskasten-Bereich montiert und mit zwei Kabeln verkabelt: eines geht zum AC-Ausgang der Powerstation, eines in eine Haushaltssteckdose. Tagsüber lädt ein Balkon-Solarpanel die angeschlossene Powerstation, wie gewohnt über deren eigenen PV-Eingang. Der Transfer Hub übernimmt anschließend die Rolle, die bei klassischen Balkonkraftwerken der feste Mikrowechselrichter spielt: Er speist die gespeicherte Energie bis 800 Watt gesetzeskonform ins Hausnetz ein, priorisiert dabei laut Hersteller Geräte mit hohem Verbrauch dann, wenn viel Solarstrom verfügbar ist, und kann die Powerstation bei Bedarf auch über den Netzbypass mit bis zu 2.300 W nachladen. Wer mehrere BLUETTI-Geräte besitzt, kann laut Hersteller bis zu sechs davon kabellos über die „Space"-Funktion zu einem verteilten Speichersystem zusammenschließen.

Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Balkonkraftwerk-Speicher: Die Powerstation bleibt voll mobil nutzbar. Wer sie fürs Wochenende zum Camping mitnehmen will, klemmt sie einfach vom Hub ab – am Balkon bleibt dann nur der Solar-Anschluss übrig, der ohne Speicher wenig bringt, aber die Powerstation selbst wandert mit. Genau dieses Sowohl-als-auch verspricht kein festverdrahteter Balkonspeicher.

Ist das Prinzip wirklich neu?

Ganz allein steht BLUETTI mit der Idee nicht da: Auch EcoFlow PowerStream koppelt seit Längerem Solarpanels und Powerstations netzgekoppelt ans Hausnetz, und Ankers Adapter-Lösungen für die SOLIX-Reihe verfolgen ein ähnliches Nachrüst-Prinzip. Neu am Balco Transfer Hub ist vor allem der Anspruch, markenoffen mit ausgewählten Fremdherstellern zu funktionieren, statt Kunden auf ein geschlossenes Ökosystem festzulegen – ob das in der Praxis reibungslos klappt, muss unser ausführlicher Test noch zeigen, denn Kompatibilitätslisten von Herstellern sind naturgemäß optimistisch formuliert. Wer schon eine BLUETTI-Powerstation besitzt, dürfte in der Praxis die geringsten Reibungsverluste haben.

Die ehrliche Einordnung: starkes Prinzip, enges Zielpublikum

349 € klingen im Vergleich zu kompletten Balkonspeichern günstig – aber der Preis gilt nur für den Hub selbst, nicht für die Powerstation. Wer noch keine besitzt, zahlt für Hub plus Elite 200 V2 im günstigsten Bundle 1.499 € (UVP 1.848 €) und landet damit ungefähr auf dem Niveau eines fertigen Systems wie des parallel vorgestellten BLUETTI Balco 260 (849 €, 2,56 kWh erweiterbar auf 15 kWh, 2,4 kW PV-Eingang) oder des größeren Balco 500 (1.599 €, 5 → 30 kWh, 4,3 kW PV-Eingang) – beides Systeme mit festem, auf die Aufgabe zugeschnittenem Wechselrichter. Der Transfer Hub rechnet sich also in erster Linie für Haushalte, die bereits eine kompatible Powerstation im Schrank stehen haben und diese doppelt nutzen wollen, statt eine zweite Anschaffung zu tätigen. Für alle anderen ist ein dediziertes Balkonkraftwerk mit festem Mikrowechselrichter meist die günstigere und im Alltag unkompliziertere Lösung, weil die Batterie nicht ständig zwischen Balkon und Rucksack wandert.

Auch die 800-Watt-Einspeisegrenze ist keine Besonderheit des Hubs, sondern die aktuelle gesetzliche Obergrenze für Balkonkraftwerke in Deutschland – jedes vergleichbare Gerät unterliegt ihr. Wer eine größere Anlage plant, braucht ohnehin ein anderes Konzept, etwa einen der klassischen Balkonspeicher mit höherem PV-Eingang oder – bei noch größerem Bedarf – einen modularen Hausspeicher wie die Anker SOLIX Solarbank 4 Pro.

Wer noch unsicher ist, ob sich Nachrüst-Hub oder ein fertiges Komplettsystem eher rechnet, findet die Antwort im Balkonkraftwerk-Rechner – und Hintergründe im Ratgeber zur Speicher-Wirtschaftlichkeit.

Pro und Contra: Balco Transfer Hub (Stand Launch)

Pro

  • Verwandelt vorhandene Powerstation in einen zusätzlichen Balkonspeicher
  • Powerstation bleibt jederzeit abnehmbar und mobil einsetzbar
  • Nicht auf BLUETTI-Geräte beschränkt – laut Hersteller markenoffen
  • Integration in Shelly, Google Home, Amazon Alexa und everHome
  • Bis zu 6 BLUETTI-Geräte per Funk zu einem Verbund koppelbar

Contra

  • 349 € gelten nur für den Hub – ohne Powerstation kein Nutzen
  • Ohne vorhandene Powerstation oft teurer als ein fertiges System
  • 800 W Einspeisegrenze wie bei jedem Balkonkraftwerk – kein Alleinstellungsmerkmal
  • Unabhängige Langzeit-Praxiswerte fehlen naturgemäß noch

Für wen lohnt sich der Balco Transfer Hub?

Unsere Einschätzung zum Launch: BLUETTI löst mit dem Transfer Hub ein reales Problem vieler Powerstation-Besitzer – die Batterie musste bisher entweder mobil oder am Balkon fest verbaut sein, nie beides zugleich. Für Haushalte, die schon eine kompatible Powerstation besitzen und sie nun zusätzlich fürs Balkonkraftwerk nutzen wollen, ist der Hub für 349 € ein cleveres, günstiges Nachrüst-Teil. Wer dagegen bei null anfängt, sollte genau rechnen: Im Bundle mit einer neuen Powerstation liegt der Gesamtpreis auf Augenhöhe mit fertigen Systemen wie dem Balco 260 oder 500, die dafür keine Kompromisse bei der Alltagstauglichkeit eingehen. Ein ausführlicher Praxistest mit echten Einspeisewerten folgt, sobald ein Testgerät bei uns steht – Deal-Alarm abonnieren lohnt sich.

Häufige Fragen

Was kostet der BLUETTI Balco Transfer Hub?

349 € UVP in Deutschland und Frankreich. Im Bundle mit einer Powerstation (z. B. Elite 200 V2) sinkt der effektive Gesamtpreis gegenüber dem Einzelkauf.

Mit welchen Powerstations funktioniert er?

Offiziell gelistet: AC180, AC200Max, AC200L, Elite 100/100V2/200/200V2/300/320/400 und Apex 300. Zusätzlich sollen ausgewählte Modelle anderer Hersteller kompatibel sein.

Für wen lohnt sich der Transfer Hub?

Vor allem für Besitzer einer bereits vorhandenen, kompatiblen Powerstation. Wer neu einsteigt, vergleicht besser mit fertigen Komplettsystemen wie dem Balco 260 oder 500.

Verfügbarkeit prüfen?

Als Nachrüst-Neuheit ist die Verfügbarkeit noch nicht überall stabil – ein Preisvergleich lohnt sich vor dem Kauf.

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