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Balkonkraftwerk-Speicher hatten lange ein klares Maß: ein, zwei, vielleicht drei Kilowattstunden, gerade genug, um den Solarstrom vom Mittag in den Abend zu retten. Mit der SolarFlow Mix Series reißt der Plug-in-Pionier Zendure diese Decke ein. Das Topmodell, die SolarFlow 4000 Mix Pro, startet mit 8 kWh in der Basis und lässt sich auf über 50 kWh ausbauen – eine Zahl, die man bisher nur von fest verkabelten Hausspeichern kannte. Seit dem 22. April 2026 ist die Serie in Deutschland verfügbar. Wir haben uns die offiziellen Datenblätter und die erste Fachpresse angesehen und sagen, was dahintersteckt – und für wen.
Was wirklich neu ist
Der Kniff der Mix-Serie steckt im Namen: Sie mischt Quellen. Die 4000 Mix Pro nimmt nicht nur Solarmodule entgegen, sondern kann über einen dedizierten AC-Eingang auch bestehende Wechselrichter „andocken". Konkret heißt das laut Zendure: bis zu 8 kW Hochvolt-PV über zwei MPPT-Tracker plus zusätzlich 5 kW AC-Kopplung – in Summe also ein Eingang von bis zu rund 13 kW. Das ist eine andere Liga als die zwei Balkonmodule, für die die erste Speicher-Generation gedacht war.
Auf der Ausgangsseite arbeitet das System bidirektional mit 4 kW: Es kann genauso viel Leistung ins Haus zurückgeben, wie es aufnimmt, und im netzunabhängigen Betrieb 3,68 kW liefern – genug, um bei einem Stromausfall die wichtigsten Verbraucher weiterlaufen zu lassen. Den Wechsel in den Notstrombetrieb gibt Zendure mit rund 10 Millisekunden an, also praktisch unterbrechungsfrei. Das Gehäuse ist nach IP65 gegen Staub und Strahlwasser geschützt und arbeitet zwischen −20 °C und +55 °C, was den Außen- oder Garagenbetrieb erst sinnvoll macht.
Die SolarFlow 4000 Mix Pro in einer Grafik
Infografik zum Teilen – Quellenangaben unten in der Grafik.
Technische Daten im Überblick
| Kapazität | 8 kWh, erweiterbar auf über 50 kWh (bis 6 Akkupakete) |
| PV-Eingang (DC) | bis 8 kW über 2 MPPT-Tracker (Hochvolt) |
| AC-Kopplung | zusätzlich bis 5 kW über separaten PV-IN-AC-Port |
| AC-Ausgang | 4 kW bidirektional · 3,68 kW Inselbetrieb · bis 7,2 kW Spitze |
| Notstrom-Umschaltung | ca. 10 ms (USV-fähig) |
| Ladezyklen / Lebensdauer | 10.000 Zyklen · rund 15 Jahre · ~90 % Round-Trip-Effizienz |
| Schutz / Betriebstemperatur | IP65 · −20 °C bis +55 °C |
| Steuerung | Zendure-App mit HEMS 2.0, ZENKI-KI-Modus, Smart-Meter-Anbindung (Zendure D0), Home Assistant & MQTT |
| Marktstart | 22. April 2026 (DE/FR/NL/BE/CH) |
| UVP | 2.399 € |
Die Zahlen im Kontext
Was diese Werte praktisch bedeuten, zeigt der Vergleich mit dem direkten Wettbewerber. Ankers SOLIX Solarbank 4 Pro startet mit 5 kWh und nimmt 5.000 W PV entgegen – schon das war ein Generationssprung. Zendure legt mit 8 kWh Basiskapazität und einem PV-Eingang von bis zu 13 kW noch einmal nach. Der entscheidende konzeptionelle Unterschied: Die Mix-Serie ist explizit darauf ausgelegt, Balkon- und Dachanlagen zu bedienen und vorhandene Wechselrichter per AC-Kopplung einzubinden. Sie ist damit weniger ein Balkonkraftwerk-Zubehör als ein modularer Heimspeicher, der die Festinstallation umgehen will.
Auch die App-Seite ist erwachsen geworden. Über HEMS 2.0 verwaltet das System den gesamten Energiefluss, der ZENKI-KI-Modus soll Laden und Entladen in Echtzeit nach Verbrauch und – bei dynamischen Tarifen – nach Börsenpreis optimieren. Wichtig für Smart-Home-Haushalte: Zendure unterstützt eine Smart-Meter-Anbindung über den hauseigenen D0-Lesekopf ohne Elektrikereingriff sowie offene Schnittstellen über Home Assistant und MQTT. Wer seinen Speicher in eine bestehende Smart-Home-Zentrale einbinden will, ist hier deutlich freier als bei vielen geschlossenen Hausspeicher-Systemen. Eine native Matter-Anbindung nennt Zendure derzeit nicht – der Fokus liegt klar auf den offenen Energie-Standards.
Für wen ist das gedacht?
Die 8-kWh-Basis ist laut Zendure für „wesentliche Haushalts- und leichte Gewerbelasten" ausgelegt – und genau dort liegt die Zielgruppe. Ein Haushalt mit Wärmepumpe, E-Auto-Wallbox oder Homeoffice zieht über den Tag verteilt deutlich mehr, als ein klassischer 2-kWh-Speicher puffern kann. Wer eine 3- bis 8-kWp-Anlage auf Dach, Garage oder Carport hat, kann mit der Mix Pro einen relevanten Teil des Tagesertrags speichern und abends abrufen, statt ihn für wenige Cent einzuspeisen. Notebookcheck rechnet je nach Verbrauch und Strompreis mit einer Ersparnis von bis zu rund 2.560 € pro Jahr – eine Herstellerrechnung unter Idealbedingungen, die man wie immer mit dem eigenen Lastprofil gegenprüfen sollte.
Klar abgrenzen muss man die andere Seite: Für ein reines 2-Modul-Balkonkraftwerk mit 800-W-Grenze ist die 4000 Mix Pro massiv überdimensioniert. Wer im Jahr nur 600 bis 900 kWh vom Balkon erntet, füllt 8 kWh an den meisten Tagen nicht einmal annähernd – und für diesen Zweck gibt es schlankere, günstigere Speicher, auch aus Zendures eigenem Programm wie der kompakteren SolarFlow 800 Pro 2.
Preis-Check: Was kostet die 4000 Mix Pro?
Die unverbindliche Preisempfehlung für das Topmodell liegt bei 2.399 € für die 8-kWh-Konfiguration. Ein eigenständiger Idealo-Bestpreis lässt sich für das Pro-Modell zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös ausweisen: ca. 2.399 € (Hersteller-UVP, Stand 28.06.2026) – das Pro wird, anders als die übrigen Mix-Varianten, ausdrücklich für die Fachinstallation positioniert und überwiegend über autorisierte Händler statt im offenen Preisvergleich verkauft.
Zur Einordnung des Preisgefüges der Serie: Die SolarFlow 4000 Mix AC+ (8 kWh, reine AC-Nachrüstung ohne DC-Eingang) liegt bei 1.999 €, die fest dimensionierte 3000 Mix AC+ (8 kWh, 3 kW) bei 1.699 €. Wer also keinen direkten Hochvolt-Solareingang braucht, sondern nur einen vorhandenen Wechselrichter ergänzen möchte, fährt mit den AC-Modellen spürbar günstiger. Den Aufpreis zur Pro rechtfertigt allein der DC-PV-Eingang von bis zu 8 kW über zwei MPPT – sinnvoll nur, wenn tatsächlich eine größere Solaranlage direkt angeschlossen werden soll.
Gemessen am Kapazitäts- und Leistungsumfang ist das Preisniveau scharf kalkuliert: Ein vergleichbar dimensionierter, klassisch installierter Hausspeicher kostet inklusive Montage in der Regel ein Vielfaches. Den finalen Straßenpreis sollten Sie dennoch über die Tagesangebote der Händler prüfen – hier lohnt der Blick auf den jeweils aktuellen Tarif.
Pro und Contra: 4000 Mix Pro (Stand Launch)
Pro
- 8 kWh Basis, skalierbar auf über 50 kWh – Hausspeicher-Klasse als Modulsystem
- Bis 13 kW PV-Eingang (8 kW DC über 2 MPPT + 5 kW AC-Kopplung)
- 4 kW bidirektional, 3,68 kW Inselbetrieb, ~10 ms Notstrom-Umschaltung
- Offene Smart-Home-Anbindung über Home Assistant & MQTT, Smart-Meter ohne Elektriker
- 10.000 Ladezyklen, IP65, weiter Temperaturbereich
Contra
- Für kleine 2-Modul-Balkonkraftwerke deutlich überdimensioniert
- Pro-Modell auf Fachinstallation ausgelegt – kaum offener Preisvergleich
- Keine native Matter-Unterstützung genannt
- Langzeit-Praxiswerte fehlen naturgemäß noch
Fazit: Für wen lohnt sich die SolarFlow 4000 Mix Pro?
Unsere Einordnung zum Launch: Zendure verschiebt mit der Mix-Serie die Grenze zwischen Steckspeicher und Hausspeicher noch entschlossener als Anker es mit der Solarbank 4 Pro getan hat. Die 4000 Mix Pro ist kein Balkon-Gadget mehr, sondern ein ernsthafter, modular wachsender Heimspeicher mit ungewöhnlich offenen Schnittstellen. Für Haushalte mit größerer Dach- oder Garagen-PV, mit Wärmepumpe oder E-Auto und dem Wunsch, ohne klassische Festinstallation in Speicher-Dimensionen jenseits von 8 kWh zu wachsen, ist das ein technisch hochattraktives Paket – zumal das Preisniveau für die gebotene Leistung knapp kalkuliert wirkt.
Wer dagegen nur ein kleines Balkonkraftwerk betreibt, sollte das Geld sparen und zu einem kompakten Speicher greifen. Und wer keinen direkten Solar-Anschluss braucht, fährt mit den günstigeren AC-Modellen der Serie besser. Ein ausführlicher Praxistest mit eigenen Messwerten ist hier nicht erfolgt – dieser Launch-Check stützt sich auf Herstellerangaben und unabhängige Fachquellen. Wer den besten Einstiegspreis nicht verpassen will: Deal-Alarm abonnieren lohnt sich.
Häufige Fragen
Was kostet die Zendure SolarFlow 4000 Mix Pro?
Die UVP liegt bei 2.399 € für die 8-kWh-Basis. Verfügbar seit dem 22. April 2026; das Pro-Modell läuft wegen der empfohlenen Fachinstallation überwiegend über autorisierte Händler (ca. 2.399 €, Hersteller-UVP, Stand 28.06.2026).
Wie groß ist der Speicher?
8 kWh in der Basiseinheit, mit zusätzlichen Akkupaketen erweiterbar auf über 50 kWh. Die Zellen sind auf 10.000 Ladezyklen und rund 15 Jahre Lebensdauer ausgelegt.
Lässt sich die Mix Pro ins Smart Home einbinden?
Ja. Neben der Zendure-App mit HEMS 2.0 und dem ZENKI-KI-Modus unterstützt das System Home Assistant und MQTT sowie eine Smart-Meter-Anbindung über den Zendure-D0-Lesekopf ohne Elektrikereingriff. Eine native Matter-Anbindung nennt Zendure derzeit nicht.
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