Transparenz: Dieser Beitrag ist ein Launch-Check auf Basis von Hersteller- und Fachmedien-Daten – wir besitzen das Gerät nicht. Er enthält Affiliate-Links (*). Kaufen Sie darüber, erhalten wir eine Provision – der Preis ändert sich für Sie nicht.
Stellen Sie sich vor, Ihre PV-Anlage lädt mittags das E-Auto in der Garage – und abends, wenn der Strompreis steigt, versorgt dasselbe Auto Herd, Wärmepumpe und Fernseher. Genau dieses Versprechen heißt Vehicle-to-Home (V2H), und es war jahrelang ein Messethema ohne Praxis. 2026 kippt das: Die EnWG-Novelle hat die doppelten Netzentgelte für zwischengespeicherten Strom abgeschafft, die neue VDE-Anwendungsregel liefert seit März die technische Grundlage. Mitten in diesen Rückenwind hinein verkauft der spanische Hersteller Wallbox seine Quasar 2 – die erste bidirektionale DC-Wallbox, die preislich in Reichweite normaler PV-Haushalte liegt. Wir haben die Datenlage geprüft: Specs, Preis, Rechtslage, kompatible Autos – und die ehrliche Antwort auf die Frage, ob Ihr Auto überhaupt mitspielt.
Die Quasar 2 in einer Grafik
Infografik zum Teilen – Quellenangaben unten in der Grafik.
Technische Daten im Überblick
| Typ | Bidirektionale DC-Wallbox (V2H, V2G-ready) |
| Leistung | 11,5 kW DC dauerhaft in beide Richtungen, bis 12,8 kW in der Spitze |
| Anschluss | CCS Combo 2, fest montiertes 5-m-Kabel |
| Wirkungsgrad | 88–91 % Round-Trip in der Praxis (laut Fachmedien) |
| Notstrom | Blackout-Modus: automatische Umschaltung, laut Hersteller bis zu 3 Tage Hausversorgung |
| Gehäuse | 747 × 368 × 135 mm, für innen und außen (IP55/IK10 laut Hersteller) |
| Konnektivität | WLAN, Bluetooth, Ethernet, optional 4G; App- und RFID-Zugang |
| Preis | ca. 3.300 € (Herstellerpreis im Fachhandel, Stand 12.06.2026) |
Was ist neu – und warum DC?
Die Quasar 2 ist der Nachfolger der ersten Quasar, die noch auf den japanischen CHAdeMO-Stecker setzte und damit hierzulande praktisch nur mit dem Nissan Leaf funktionierte. Der entscheidende Schritt der zweiten Generation: Sie spricht CCS Combo 2 – den europäischen Standardstecker, den jedes hier verkaufte E-Auto trägt. Die Box arbeitet mit Gleichstrom (DC) und hat den Wechselrichter gleich eingebaut. Das heißt: Sie greift direkt auf die Fahrzeugbatterie zu und macht daraus netzkonformen Wechselstrom fürs Haus – das Auto selbst braucht dafür keinen eigenen Rückspeise-Wechselrichter, nur die Freigabe des Herstellers.
Dazu kommt die Funktion, die die Quasar 2 von fast allen Mitbewerbern abhebt: echte Backup-Power. Fällt das Netz aus, schaltet der Blackout-Modus die Hausversorgung automatisch auf die Fahrzeugbatterie um. Laut Wallbox reicht ein voller Akku für bis zu drei Tage Grundversorgung. Zum Vergleich: Beim deutschen Konkurrenten ambiCHARGE kostet die dafür nötige Netztrenn-Box laut automobilsalon-bellemann.de 800 bis 1.200 € extra, bei E3/DC gibt es Notstrom nur im Verbund mit dem hauseigenen Hauskraftwerk.
Die Eckdaten: 11,5 kW DC dauerhaft in beide Richtungen, bis zu 12,8 kW in der Spitze, 5-Meter-Kabel, ein Gehäuse von 747 × 368 × 135 mm für innen und außen. Gesteuert wird per App, die Box funkt über WLAN, Bluetooth, Ethernet oder optional 4G.
Zahlen & Einordnung: 2026 ist das Jahr, in dem V2H legal wird
Warum dieser Launch-Check ausgerechnet jetzt? Weil sich die Geschäftsgrundlage geändert hat. Bis Ende 2025 wurde Strom, den Sie im Autoakku zwischenspeicherten, doppelt mit Netzentgelten belastet – einmal beim Laden, einmal beim Verbrauch nach der Rückspeisung. Die EnWG-Novelle, die der Bundestag am 13. November 2025 beschlossen hat, schafft diese Doppelbelastung ab: Laut energie-experten.org ist die Rückspeisung aus dem Fahrzeugakku ins Haus- oder öffentliche Netz mit der Neufassung des § 14 EnWG netzentgeltfrei. Die technische Seite regelt die VDE-AR-N 4105:2026-03, die seit März 2026 gilt: Sie definiert erstmals verbindliche Sicherheitsanforderungen wie die allpolige Netztrennung und die Systemzertifizierung von Fahrzeug plus Wallbox. Kurz: Was jahrelang Pilotprojekt war, ist jetzt anmeldefähig beim Netzbetreiber.
Bleibt die Physik. Jeder Umweg über den Akku kostet Energie: Fachmedien wie automobilsalon-bellemann.de beziffern den Round-Trip-Wirkungsgrad der Quasar 2 auf 88 bis 91 % – von 10 kWh, die Sie einspeichern, kommen also rund 9 wieder heraus. Das ist der beste Wert im aktuellen Feld (E3/DC EDISN und ambiCHARGE: 86–89 %) und liegt auf dem Niveau stationärer Hausspeicher. Wallbox selbst nennt bis zu 97 % für die reine Wandlung; rechnen sollten Sie konservativ mit den Praxiswerten.
Die Gretchenfrage: Kann Ihr Auto das überhaupt?
Hier trennt sich der Prospekt von der Praxis – und wir sind ehrlich: Laden kann die Quasar 2 jedes CCS2-Fahrzeug. Die Rückspeisung aber muss der Autohersteller per Software und Garantiefreigabe erlauben, meist auf Basis des Kommunikationsstandards ISO 15118-20. Stand Juni 2026 nennen Fachquellen wie elektronik-zeit.de und automobilsalon-bellemann.de übereinstimmend vor allem den Volkswagen-Konzern und Hyundai/Kia: VW ID.3, ID.4, ID.5 und ID.7 (ab Software 3.5), Škoda Enyaq und Elroq, Cupra Born und Tavascan, dazu Kia EV9 sowie je nach Quelle Hyundai Ioniq 5/6 und Nissan Ariya. BMW, Mercedes und Polestar gelten als „in Vorbereitung".
Und jetzt die bittere Pille für viele Leser dieser Seite: Tesla ist nicht dabei. Model 3 und Model Y haben zwar CCS2-Ports, Tesla hat die V2H-Rückspeisung in Europa aber softwareseitig nicht freigegeben – bidirektional kann im Tesla-Universum bislang nur der Cybertruck mit seiner Powershare-Technik. Wer ein Model Y in der Garage hat, kauft mit der Quasar 2 also vorerst eine sehr gute normale DC-Wallbox mit Zukunftsoption. Ob und wann Tesla nachzieht, ist offen – die Hardware-Basis wäre da.
Für wen lohnt sich die Quasar 2?
Die Rechnung ist eine andere als beim klassischen Hausspeicher – und sie kann deutlich besser ausfallen. Ein 10-kWh-Hausspeicher kostet installiert oft 5.000 bis 7.000 €. Die Quasar 2 kostet mit Einbau laut Fachmedien 4.100 bis 4.800 € – erschließt aber einen Akku, der schon in Ihrer Garage steht und 60 bis 100 kWh fasst. Wer eine PV-Anlage besitzt, dessen Auto tagsüber regelmäßig zuhause steht und auf der Kompatibilitätsliste auftaucht, bekommt hier den mit Abstand größten „Speicher" pro investiertem Euro. Besonders attraktiv ist die Kombination aus PV-Überschussladen am Mittag und Rückspeisung am Abend – plus Notstrom als Bonus, der bei stationären Speichern oft vierstellig extra kostet.
Wer dagegen pendelt und das Auto tagsüber beim Arbeitgeber steht, speichert mittags keinen Solarstrom ein – dann bleibt vor allem das Nachtladen im dynamischen Tarif. Und Vielfahrer sollten die zusätzlichen Ladezyklen im Blick behalten: Die Fahrzeughersteller geben die Rückspeisung zwar inklusive Garantie frei und begrenzen die Entladetiefe per Software, ein Langzeit-Praxisnachweis über viele Jahre steht aber naturgemäß noch aus.
Preis & Konkurrenz: Was kostet der Einstieg ins bidirektionale Laden?
Die Quasar 2 liegt bei ca. 3.300 € (Herstellerpreis im Fachhandel, Stand 12.06.2026) – bei Idealo ist die Box derzeit nicht gelistet, verkauft wird über zertifizierte Fachpartner inklusive Installation. Mit Montage und Netzanmeldung kalkuliert automobilsalon-bellemann.de eine Komplettinvestition von 4.100 bis 4.800 €. Über das KfW-Programm 442 sind laut elektronik-zeit.de bis zu 1.200 € Zuschuss drin, was den effektiven Gerätepreis Richtung 2.100 € drückt – die Förderbedingungen sollten Sie vor dem Kauf aktuell prüfen.
| Modell | Listenpreis | Leistung | Notstrom | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|---|
| Wallbox Quasar 2 | ca. 3.300 € | 11,5 kW DC | integriert (bis 3 Tage) | verfügbar über Fachhändler |
| ambiCHARGE | ab ca. 3.000 € | 11 kW DC | Netztrenn-Box nötig (800–1.200 €) | Lieferung ab Juli 2026 |
| E3/DC EDISN | ab ca. 4.000 € | DC, Systemverbund | nur mit E3/DC-Hauskraftwerk | verfügbar |
Die Positionierung ist klar: Der deutsche Herausforderer ambiCHARGE aus Mainz unterbietet die Quasar 2 leicht, liefert aber erst ab Juli 2026 und verlangt für echten Notstrom einen vierstelligen Aufpreis. E3/DC aus Osnabrück zielt mit dem EDISN (4.000 bis 6.500 € je nach Konfiguration) auf Besitzer eines E3/DC-Hauskraftwerks, die maximale Systemintegration wollen. Als Solo-Lösung mit eingebautem Notstrom und dem besten dokumentierten Wirkungsgrad steht die Quasar 2 derzeit allein da.
Fazit: Der richtige Moment – wenn das Auto mitspielt
Unsere Einordnung zum Launch: Die Quasar 2 trifft den perfekten Zeitpunkt. Rechtsrahmen, Netzentgeltbefreiung und VDE-Regel sind seit diesem Frühjahr da, der Preis liegt erstmals unter dem vieler stationärer Speicher, und Notstrom plus bester Round-Trip-Wirkungsgrad im Feld sind starke Sachargumente. Die eine entscheidende Prüfung vor dem Kauf bleibt die Fahrzeugfreigabe: Fahrer eines kompatiblen VW-, Škoda-, Cupra- oder Kia-Modells mit eigener PV-Anlage können 2026 ernsthaft rechnen. Tesla-Fahrer müssen warten – oder die Box als Wette auf eine künftige Freigabe verstehen. Sobald wir ein Gerät in die Finger bekommen, folgt der Praxistest mit eigenen Messwerten – Deal-Alarm abonnieren lohnt sich.
Häufige Fragen
Was kostet die Wallbox Quasar 2 in Deutschland?
Rund 3.300 € (Herstellerpreis im Fachhandel, Stand 12.06.2026); bei Idealo ist sie aktuell nicht gelistet. Mit Installation kalkulieren Fachmedien 4.100 bis 4.800 €, über das KfW-Programm 442 sind bis zu 1.200 € Zuschuss möglich.
Welche E-Autos können mit der Quasar 2 bidirektional laden?
Laden können alle CCS2-Fahrzeuge, rückspeisen nur vom Hersteller freigegebene Modelle – Stand Juni 2026 u. a. VW ID.3/ID.4/ID.5/ID.7 (ab Software 3.5), Škoda Enyaq und Elroq, Cupra Born und Tavascan sowie Kia EV9. Tesla Model 3 und Model Y sind nicht freigegeben.
Funktioniert die Quasar 2 als Notstromversorgung?
Ja, der Blackout-Modus schaltet die Hausversorgung bei Netzausfall automatisch auf die Fahrzeugbatterie um – laut Hersteller reicht ein voller Akku für bis zu drei Tage Grundversorgung.
Bidirektional laden – jetzt einsteigen?
Prüfen Sie zuerst die Freigabeliste Ihres Autoherstellers – dann den Preis.
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