Strom fast gratis? Was an dynamischen Stromtarifen wirklich dran ist
Ein YouTube-Video verspricht fast kostenlosen Strom durch dynamische Tarife. Wir ordnen ein, wann das realistisch ist – und was du technisch brauchst, damit sich der Umstieg lohnt.
Eingebettetes Video von Tepto. Wir betten es nur ein – alle Rechte liegen beim Urheber; die Einordnung ist unsere eigene redaktionelle Meinung.
Unsere Einordnung
Dynamische Stromtarife koppeln den Preis an die Strombörse (Day-Ahead-Markt): Scheint viel Sonne oder weht viel Wind, sinkt der Preis oft in Richtung null oder sogar ins Negative – an dunklen, windstillen Stunden steigt er dagegen deutlich über den Fixtarif. „Fast gratis“ stimmt also für einzelne Stunden, ist aber keine Dauerlage.
Damit sich das wirklich rechnet, brauchst du zwei Dinge: verschiebbare Verbraucher (Wallbox, Wärmepumpe, Waschmaschine, Speicher) und eine Steuerung, die automatisch in die günstigen Stunden schiebt – von Hand auf Preise achten funktioniert im Alltag selten dauerhaft. Ohne Smart-Meter mit registrierender Lastgang-Messung geht es zudem gar nicht: Der Versorger muss deinen Verbrauch stundenscharf erfassen können.
Der Vergleich zum Fixtarif ist entscheidend: Wer wenig verschieben kann (Single-Haushalt ohne E-Auto oder Wärmepumpe) spart oft nur wenig bis gar nichts – das Risiko teurer Spitzenstunden kann den Vorteil sogar auffressen. Wer dagegen eine Wallbox, einen Speicher oder eine Wärmepumpe hat und automatisiert laden/heizen lässt, kann über das Jahr spürbar sparen.
Unser Rat: Dynamische Tarife lohnen sich vor allem mit PV-Anlage, Speicher oder E-Auto und einer automatischen Lastverschiebung – nicht als Selbstläufer für jeden Haushalt. Vor dem Wechsel lohnt ein ehrlicher Blick auf den eigenen Lastgang und ob sich Verbraucher überhaupt automatisiert verschieben lassen.
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