Homematic IP: Zentrale steuert jetzt Wallbox und Wärmepumpe
Kurz gesagt: Das EEBUS-Plugin der Homematic IP Home Control Unit unterstützt ab sofort die Funktionen LPC und LPP: Die Zentrale kann damit den Stromverbrauch angeschlossener Geräte wie Wallbox oder Wärmepumpe drosseln (LPC), wenn der Netzbetreiber das im Rahmen von §14a EnWG anordnet, und ebenso die Einspeisung aus PV-Anlagen begrenzen (LPP). Nutzer legen in der Homematic-IP-App fest, welche Geräte bei einer Drosselung Vorrang behalten. Die Funktion ist bis Ende 2027 kostenlos, danach Teil eines kostenpflichtigen Home-Energy-Management-Systems - eine automatische Umstellung auf das Bezahlmodell soll laut eQ-3 nicht stattfinden.
Symbolbild: KI-generiert
Seit dem 1. Januar 2024 dürfen Netzbetreiber steuerbare Verbraucher wie Wallboxen, Wärmepumpen oder Klimaanlagen bei drohender Netzüberlastung kurzzeitig drosseln - festgeschrieben in §14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Wer das selbst steuern statt dem Netzbetreiber die Kontrolle überlassen will, braucht dafür ein Energiemanagementsystem. eQ-3 rüstet seine Homematic IP Home Control Unit jetzt genau dafür nach: Das EEBUS-Plugin der Smart-Home-Zentrale beherrscht ab sofort die Funktionen LPC (Limitation of Power Consumption) und LPP (Limitation of Power Production).
Was LPC und LPP konkret tun
LPC begrenzt bei Bedarf den Strombezug angeschlossener Geräte, LPP die Einspeisung aus der eigenen PV-Anlage ins öffentliche Netz - beides Szenarien, die §14a EnWG ausdrücklich vorsieht, wenn das lokale Verteilnetz an seine Grenzen stößt. Wer mehrere Verbraucher gleichzeitig betreibt, etwa eine Wallbox fürs E-Auto und eine Wärmepumpe, kann in der Homematic-IP-App festlegen, welches Gerät im Zweifel Vorrang bekommt und weiterlaufen darf, während ein anderes gedrosselt wird. Die Anbindung läuft rein über das Software-Plugin, zusätzliche Relais oder Schaltaktoren an den Geräten selbst sind laut eQ-3 nicht nötig.
EEBUS als gemeinsame Sprache
EEBUS ist ein herstellerübergreifender Kommunikationsstandard, der genau solche Energiemanagement-Szenarien zwischen Wechselrichtern, Ladestationen, Wärmepumpen, Speichern und Smart-Home-Zentralen standardisieren soll. eQ-3 ist dabei kein Neuling: Der Hersteller kooperiert bereits seit 2018 mit der EEBUS-Initiative, um Homematic-Geräte wie Heizkörperthermostate in größere Energiemanagementsysteme einzubinden. Die aktuelle Erweiterung baut auf dieser langjährigen Anbindung auf und übersetzt sie erstmals konkret in die gesetzlich vorgeschriebenen §14a-Funktionen.
Kostenlos - vorerst
Für Besitzer der Home Control Unit sind LPC und LPP bis zum 31. Dezember 2027 kostenlos nutzbar. Danach sollen sie Teil eines kostenpflichtigen Home Energy Management Systems (HEMS) werden. eQ-3 betont, dass es keine automatische Umstellung auf ein Abo geben soll - wer die Funktionen nach 2027 weiter nutzen will, muss demnach aktiv zustimmen. Für Haushalte, die ohnehin unter die §14a-Pflicht fallen, lohnt sich der Blick in die App schon jetzt: Wer selbst festlegt, welches Gerät bei einer Drosselung Vorrang hat, behält mehr Komfort, als es dem Netzbetreiber allein zu überlassen.
Quelle: Caschys Blog. Zusätzliche Einordnung auf Basis von eebus.org.
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